Fritzbox 7390Die gute alte Fritzbox 7390. Als dieses Gerät vor etlichen Jahren das Licht der Konsumerwelt erblickte, gelang AVM ein guter Wurf an Technik. Im März 2011 legte ich mir so ein Teil zu und war vom ersten Tag an begeistert. Die Box verrichtete klaglos ihren Dienst. Anfangs nur VDSL-50 getrieben, mit dem Ende vom einfachen DVB-T lies ich auch Entertain-TV der Deutschen Telekom aufschalten. Auch diese Aufgabe meisterte das Gerät ohne Probleme.

Selbst der Umzug an den aktuellen Standort machte das Gerät mit. War ja auch ein Klacks, denn am neuen Standort war nur DSL-16 zur Verfügung. Auch damit hatte die Box keine Probleme.

Im Laufe der Zeit wurde das interne Netz immer größer. Diverse Powerlan-Adapter und WLAN-Repeater wurden nötig. Inzwischen hatte AVM die Mesh-Technologie in die Fritzboxen verlagert. Aber die 7390 war inzwischen in die Jahre gekommen und ihr fehlten schlichtweg die entscheidenden Leistungspunkte. AVM hat bis heute keine Mesh-fähige Firmware für die 7390 auf den Weg gebracht.

Dann kam die lang ersehnte Information: VDSL-100 ist an meinem Standort möglich. Flugs die Telekom vom Änderungswunsch unterrichtet und knapp eine Woche später wurde die neue Geschwindigkeit geschaltet. Ich war gespannt, wie die Fritzbox 7390 damit klarkommt. Es gibt ja zwiespältige Informationen im Netz über diese Konstellation. Ich wollte es selbst sehen.

Nach der Schaltung hing die Fritzbox erst einmal komplett. Gut - ein Neustart erweckte sie wieder zum Leben. Der Synchronisationsvorgang dauerte erheblich länger. Ich dachte schon, das wird nichts, bis dann die Synchronisation durch Aufleuchten der LED signalisierte, dass es geklappt hat. Schnell in die Fritzbox eingeloggt um zu sehen, wie hoch die Geschwindigkeit war: 73 MBit im Downstream, 36 MBit Upstream. War für mich akzeptabel.

Entertain am Receiver funktionierte auch. Was will man mehr? Die Verbindung wurde von der Box auch sehr stabil gehalten, es wurden kaum Fehlerbits gemeldet. Man hätte zufrieden sein können.

Nun möchte ich die frei verfügbaren TV-Sender nicht nur via MediaReceiver empfangen sondern auch mittels Kodi-getriebenen Mediaplayer bzw. Mediaportal-Installation auf einem PC. Für die Übertragung des Signals dienten Powerline-Adapter (1200 MBit bzw. 512 MBit-Adapter auch von AVM). Das Bild wurde zwar aufgebaut, allerdings stockte alles, ständige Klötzchengrafik verhinderte, das Ganze als Genuss zu deklarieren. Erst dachte ich, dass die Powerline-Verbindung schuld wäre. Allerdings sagten die Powerline-Adapter immer eine gute Verbindungsqualität. Streaming vom heimischen Server klappten auch wunderbar und ohne Probleme.

In mir keimte der Verdacht, dass die Fritzbox 7390 das alles zu verschulden hat. Es scheint einfach so, dass die Rechenleistung der Box nicht mehr ausreicht, alles flüssig zu halten. Die Erhöhung der Störunempfindlichkeit ging einher mit geringeren Connect-Raten, allerdings wurde der TV-Empfang besser. Je mehr Rechenleistung die Box übrig hatte, desto besser ging es mit dem Entertain-TV.

Fazit: Wer nur Internet-Verkehr hat ohne TV, der kann mit der Fritzbox 7390 und Vectoring-Anschlüssen leben. Allerdings wird die Fritzbox recht warm. Wer zusätzlich Entertain-TV gebucht hat, wird nicht so recht Freude entwickeln können. Der Entertain-Receiver konnte zwar ein gutes ruckelfreies Bild auf den Schirm zaubern, andere Clients hatten in jedem Fall das Nachsehen.

Fritzbox 7590Abhilfe schaffte nur der Neukauf einer aktuellen Fritzbox. Die Entscheidung fiel auf die Fritzbox 7590. Dazu wurde eine Systemsicherung der 7390 angelegt und diese in die neue Fritzbox 7590 importiert. So standen alle bisher getätigten Einstellung inklusive fester Routen, Adressen und sonstigem Schnickschnack sofort in der neuen Fritzbox 7590 zur Verfügung. Alle Telefone und schaltbaren Steckdosen an der Fritzbox neu angemeldet, die Ansagen für den Anrufbeantworter aufgespielt und das wars.

Seit diesem Moment klappt der Konsum von Entertain-TV an allen Geräten - auch mehrere gleichzeitig auf unterschiedlichen Programmen - einwandfrei. Die 7590 erreichte bei ihrem ersten Synchronisationslauf mit der DSL-Gegenstelle 93 Mbit im Downstream und 39,5 MBit im Upstream. Das reduzierte sich nach 2 Tagen auf 70 Mbit im Downstream. Laut Protokoll wegen Unverträglichkeit der verwendeten Powerline-Adapter, die ein Übersprechen auf die DSL-Leitung hervorrufen. Seit dem ist alles so geblieben.

Fazit: Wer nur Internet mit einer 7390 am VDSL-100-Anschluss benötigt, kann das ohne weiteres machen. Höhere Connectraten versprechen allerdings die neuen Fritzbox-Modelle. Entertain-TV ist nahezu ein Ausschlusskriterium für den Einsatz einer Fritzbox 7390 an VDSL-100-Anschlüssen.

 


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